Die Bilder über die desolate Situation im Flüchtlingslager Moria waren auch schon vor dem verheerendem Brand immer wieder Thema bei Treffen von Mitgliedern der Initiative. Man war sich darüber einig, dass die Verhältnisse im Lager Moria zutiefst inhuman und unerträglich seien und dass es eigentlich unvorstellbar sei, dass solch menschenunwürdige Zustände mitten im Europa von heute existieren und dass man sich als Europäer für solch radikale Abschottung und so wenig Humanität schämen müsse!
Und dass man doch irgendwie helfen müsse – es fehle nur der richtige zuverlässliche Projektpartner vor Ort!
Achim Lauer und Mitglieder der Initiative sind seit Jahren gut bekannt mit der Reckenrother Fotografin Alea Horst. Alea hat schon 2015 aktiv bei der Flüchtlingshilfe mit gearbeitet, immer wieder Fotografiert und war in den vergangenen Jahren mehrfach in Moria um die katastrophalen Zustände photographisch zu dokumentiert und selbst Ersthilfe zu leisten. Thomas Diehl, der Burgschwalbacher Filmemacher war auf Lesbos und über die Arbeit von Alea Horst und des Arztes Dr. Trabert zu berichtete (am 28.9. im SWR ).
Über die Arbeit mit Obdachlosen kennt Herr Lauer den Mainzer Arzt Dr. Gerhard Trabert persönlich gut und ist von dessen Engagement und seiner absoluten Vertrauenswürdigkeit überzeugt.
Der Arzt und Professor für Sozialmedizin war in den letzten Jahren mehrfach in Flüchtlingslagern in Syrien, Griechenland und im türkischen Grenzgebiet und war auch auf der “Seawatch“ im Mittelmeer unterwegs, um bedrohte Menschen von Flüchtlingsbooten zu retten.
Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, aktiv an der Verbesserung der Situation der in Moria gestrandeten Migranten mitzuhelfen und Gelder für die Unterstützung von Alea Horst und Dr. Trabert zu sammeln.
Der Arzt kümmert sich besonders um die Versorgung von behinderten bzw. kriegsverletzten
Flüchtlingen; die z.T. auf den Rollstuhl angewiesenen Menschen haben weder im alten noch im neuen Lager eine ausreichende medizinische Versorgung und auf den nicht befestigten Wegen ist eine selbstständige Mobilität für behinderte Menschen nicht möglich.
Herr Dr. Trabert der schon mehrfach in Moria war, arbeitet mit der auf Lesbos lebenden Physiotherapeutin Fabiola Velasques zusammen. Fabiola hat ihre Praxis geschlossen um wenigstens akute Nothilfe zu leisten. Den ganzen Tag arbeitet sie in einem behelfsmäßigem Container in einem der Lager. Sie tut dies unentgeltlich und finanziert sich bisher aus eigenen Mittel bzw. Spenden, die Ihr zur Verfügung gestellt werden.
Nach dem verheerenden Brand, der das Lager Moria zerstörte, entstand jetzt ein neues Lager mit großen Zelten für über 10 000 Menschen, die dort weiter mit viel zu wenigen Toiletten und ohne warmes Wasser ihr Leben fristen. Und die Herbststürme und der Winter stehen vor der Tür….
Ziel von WMM ist es, die Arbeit der genannten Helfer zum Aufbau und Unterhaltung einer medizinischen Nothilfestation in der Nähe des neuen Lagers zu unterstützen. Die eingenommenen Spendengelder werden auf einem Konto der Gemeinde Aar-Einrich verwaltet und über ein Sonderkonto des Vereins “Armut und Gesundheit“ nach Griechenland transferiert. So ist eine zweckgebundene Verwendung der Gelder garantiert.